Stent und Blutverdünner
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Hallo !
Kann mir vielleicht mal irgendjemand erklären, warum man nach dem Einsetzen eines Stents Blutverdünner nehmen muß ?
Der Stent sollte doch den Durchfluss des Blutes durch die Arterie gewährleisten. Also warum bekommt man dann Blutverdünner verschrieben und warum muß man diesen sein Leben lang einnehmen ?
Eine Frage, die sich für mich weiter ergibt ist, warum man den Stent sein Leben lang im Körper tragen muß. Ist man davon überzeugt, daß sich so ein Gefäß (Arterie) wieder verschließt, wenn man den Stent entfernt ?
Mein Vater hat einen Stent eingesetzt bekommen. Man kann viel darüber im Internet lesen, aber Antworten auf meine Fragen, habe ich nicht wirklich gefunden ! Wäre also klasse, wenn jemand mir das erklären könnte oder mir entsprechende Links zukommen lassen könnte ! Danke !
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Guten Abend!
Zunächst mal kurz zum Grundprinzip eines Stents: ein stenosiertes Gefäß (meist ein Herzkranzgefäß) wird
aufgedehnt und ein Stent (sozusagen ein Röhrchen aus einem Metallnetz) wird eingesetzt um das Gefäß
offenzuhalten.
Nun ist es aber so, dass der Stent einen Fremdkörper für den Körper darstellt - der Körper ist darauf "programmiert",
dass die Thrombozyten (also die Blutplättchen) sich auf solche Fremdkörper stürzen und dort zur Blutgerinnung führen.
Folge des Ganzen ist dann im ungünstigsten Fall eine akute Restenose des Gefäßes im Stent durch ein solches Blutgerinnsel.
Daher ist es so wichtig - um auf Ihre Frage einzugehen - dass ihr Vater AUF JEDEN FALL die blutverdünnenden Medikamente,
regelmäßig und solange und natürlich in der Dosierung wie verordnet nimmt - sonst kann das akute Lebensgefahr bedeuten!
Die Dauer der dualen Throbozytenaggregationshemmung richtet sich danach, ob ein BMS (bare metal stent) oder ein
medikamentenbeschichteter Stent eingesetzt wurde.
Häufiger handelt es sich um einen beschichteten Stent, bei dem man 12 Monate die duale Hemmung (meist Clopidogrel+ASS)
braucht - danach muss man nur noch das ASS nehmen, das allerdings lebenslang.
Nun zu Ihrer zweiten Frage, warum man denn den Stent nicht wieder entfernt:
Das ist ganz einfach gar nicht möglich!
Der Stent wird eingesetzt und man möchte eine neue glatte Gefäßwandinnenseite schaffen, indem der Stent durch das
Gefäßendothel überwachsen wird (die duale Plättchenhemmung geht übrigens so lange, bis das geschehen ist; geht beim
BMS eben viel schneller) - er ist dann eingewachsen, kann also nicht mehr entfernt werden.
Ihn wieder zu entfernen entspricht aber auch in keinster Weise der angedachten Zielsetzung!
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, dann nur raus damit - ist immer gut, wenn man informiert ist und auch Bescheid
weiß, warum jemand welche Medikamente nehmen muss.
Wenn Sie noch schreiben, wo genau Ihr Vater den Stent gesetzt bekommen hat, dann kann man gegebenenfalls noch
weitere Infos geben!
Viele Grüße!
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Vielen Dank für diese sehr kompetente und verständliche Antwort. Ich stehe der Schulmedizin ein wenig skeptisch gegenüber und hätte daher noch Fragen zur Gesamtmedikation. Dazu müßte ich allerdings den nächsten Besuch bei meinen Eltern abwarten um die Medikamente bzw. Wirkstoffe in Augenschein zu nehmen. Der nächste Besuch ist für nächste Woche geplant. Ich würde mich dann hier nochmal melden. Über eine weitere kompetente Stellungnahme zu dem Thema, würde ich mich dann sehr freuen. Mein Vater hat einen Stent in ein Coronargefäß eingesetzt bekommen. Vielleicht kann ich auch über die genaue Lokalisation des Gefäßes nächste Woche mehr sagen !
Herzliche Grüße,
andale2000
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Guten Abend!
Danke für das Lob 
Gerne werde ich dann nach dem Besuch bei Ihren Eltern eine Stellungnahme zur Gesamtmedikation Ihres Vaters
abgeben.
Dazu bräuchte ich dann noch eine Auflistung all seiner Vorerkrankungen.
Viele Grüße!
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