Eure Meinung zu Transhumanismus (Schönheitschirurgie)

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Ein paar Fragen an euch im Forum, die mir unter den Nägeln brennen: Fühlt ihr euch als der Körper, der ihr seid? Oder ist für euch das Bewusstsein ein von der Physik abgekoppeltes, eigenständiges Ding?

Ich habe mich für eine Hausarbeit mit den Themen des Cyborgs, Transhumanismus und technischem Fortschritt beschäftigt und mein Interesse, insbesondere die ethische Vertretbarkeit betreffend, ist auch nach deren Einreichung nicht abgeebbt. Also mal unabhängig von Stammzellen und Konsorten, wie steht ihr zu den derzeitigen technologischen Möglichkeiten der nachträglichen Optimierung des menschlichen Körpers (als nurmehr zu Teilen menschlichem Körper), wie hochmodernen Beinprothesen? Brillenträger - habt ihr euch über die logische Weiterführung der Zustimmung zur mechanischen Verbesserung eurer menschlichen Fähigkeiten schon Mal Gedanken gemacht? Ich sag nur: GITS

Wie steht es mit objektiver Schönheit (Freiheit von "Makeln") als soziokulturellem Faktor? Dass schöne Menschen es leichter haben, darin kommen alle überein, trotzdem wird die Schönheits-OP, der ganze Bereich der Schönheitschirurgie, von vielen als verwerflich empfunden. Ist, dass Erfolg der Schönheitschirurgie nur empirisch "nachgewiesen" werden kann, Diskredition genug für den StiNo-Wikipedianer, sich über all jene, die sich unter's Messer gelegt haben, lustig zu machen?!

Vielleicht mögt ihr euch ja ein paar Gedanken darüber machen, und sie hier mit mir teilen - ich sprudle vor Denksträngen gerade nur so über! LG
 
Ich bin noch recht jung und knackig, einigermaßen smart und studiere, habe es ergo fast ausschließlich mit generationsweisen Akademikern zu tun, die mit Engelsgesichtern und auf trainierten Waden durch die Welt gehen.

obgleich ich weiß, dass "Schönheit" z.T. (eigene) Ermessenssache ist und man auf sein Äußeres maßgeblich Einfluss nehmen kann, unbestreitbar bleiben doch die genetischen Schmankerl, die so Mancher dNA zu einer über alle Kritik erhabenen Sache machen!

Wenn auch NS-Deutschland auf dem Papier schon eine Weile nicht mehr existiert, steht als Residuum der Eugenik - bzw.: als ur-sprünglicher Ausgangspunkt des Darwinismus - die programmatische Exklusion des hässlichen Menschen noch immer auf der Tagesordnung. Die Überrepräsentation des schönen Menschen lässt vermuten, dass es über Hässlichkeit nicht zu sprechen gelte (sich schicke), und selbst in den queersten Kreisen bemüht man sich unter dem lässigen Deckmantel der Verschrobenheit um Anknüpfpunkte zum proklamierten Schönheitsideal.
An den natürlichen Weiten der Divergenz zwischen Miranda Kerr for BVLGARI und Lieschen Müller nach einer schlaflosen Nacht hat wahrscheinlich jede 7 oder höher zu knabbern, da sie sich je besser die gegebene, optische Anbiederung, umso mehr darüber profilieren kann und möchte. Da mag es auch nicht wundern, wenn Einrichtungen wie http://villa-bella.org/ , die systemische Verschönerung des Menschen durch operative Eingriffe auf dem Vormarsch sind.
Makellosigkeit fordert am wenigsten Kontrolle und Hinterfragen der bestehenden Werte. Es ist bequem durch Glattheit und Widerstandslosigkeit. Und so werden Menschen am meisten geliebt.
 
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