Hilferuf!!!

Diskutiere Hilferuf!!! im Bereich Medizin Forum: Hallo liebe Forenteilnemer und Moderatoren, Ich schreibe hier, weil ich auf helfende Tipps hoffe. Ich bin weiblich, 37 Jahre, 174cm groß...
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Andrea37

Hallo liebe Forenteilnemer und Moderatoren,

Ich schreibe hier, weil ich auf helfende Tipps hoffe.

Ich bin weiblich, 37 Jahre, 174cm groß, 50kg.

Seit Mitte August, habe ich eine Chemotherapie wegen Brustkrebs abgeschlossen.

Vor ca 8 Wochen fing es an mit Mißempfindungen im Gesicht. Mich begleitet seither ein pelziges Gefühl, wie eingeschlafen, in den Wangen, Kinn, Stirn. Mir ist den ganzen Tag schwindelig, alle Zähne tun oft weh, aber als weitergeleiteter Schmerz, nicht direkt von den Zähnen. Wenn ich ich bewege oder den Kopf drehe wird der Schwindel immer stärker. Es drückt auf die Nasenflügel und die Augen, dann kann ich auch nicht richtig gucken. Ein MRT wurde gemacht: eine geringe Mikroangiopathie wurde festgestellt.

Mein Zustand verschlechterte sich, ich habe im Stehen oder eben beim Laufen, blaue Hände und Füße, bzw Unterschenkel. Die Füße werden eiskalt, die Zehen taub, die Finger eiskalt und kribbeln stark. Lege ich mich hin, bekommen sie eine normale Farbe. Als würde das Blut in den Extremitäten versacken. Eine Polyneuropathie wurde mit einer Leitgeschwindigkeitsmessung ausgeschlossen, ebenso handelt es sich nicht um ein Raynaud Syndrom. Der Angiologe tippt eher auf eine Mikroangiopathie.

Wieder verschlechterte sich mein Zustand. Mittlerweile habe ich zusätzlich keine Kondition mehr. Sobald ich aufstehe fängt mein Herz an zu rasen, die Hände und Füße werden blau, mir wird sehr schwindelig. Spazieren gehen schaff ich nicht mehr, nach einigen Metern würde ich zusammen sacken. Ich bemerke bei der Belastung, das es in den Armen kribbelt und auch bemerke ich taubheitsgefühle in den Ober- und Unterschenkeln. Ich habe im Sitzen einen Puls von ca 115, im Stehen dann schon 130 und bei Bewegung noch mehr. Blutdruck 115/75 Medikamente: 240 Isoptin (soll eigentlich die Herzfrequenz senken), 8mg Candesartan, 0,5ml Innohep (wegen einer Portthrombose in der Subclavia), Abends seit gestern auf eigenen Wunsch ein Antidepressivum Mirtazapin 15mg.

Es gibt auch Blutwerte die immer auffällig waren:
HB, Hämatokrit und Erythrozythen leicht erniedrigt
Transferrinsättigung leicht erniedrigt, ABER Ferritin, Eisen und Transferritin im Normbereich.
2x war der ANA Titer leicht erhöht 1:100
beim 3. Mal wieder negativ
Blutsenkungsgeschwindigkeit bei 65 nach der 1. Stunde weurde danach nicht mehr kontrolliert
Eiweißmangel im Serum Protein und Gesamteiweiß
A1 und A2 Globulin erhöht
Gammaglobulin erniedrigt
NT-pro BNP leicht erhöht <97 bei mir 100
CK im Normbereich
Faktor VIII 5-150% bei mir 231%
Immunglobulin G erniedrigt

Ich bin körperlich am Ende. Die Ärzte in diesem KH haben nur das normale große Blutbild abgenommen.
Alles andere wird nicht so ernst genommen. Ein Ruhe EKG ergab nichts, da habe ich auch die Beschwerden nicht.
Im Herzecho: EF 65%, Herzhöhlen normal groß etc, 3 Klappen die geringradig nicht richtig schliessen, beginnende diastolysche Dysfuntion.

Kann eine Mikroangiopathie sich so schnell im ganzen Körper ausbreiten und macht mir solche Beschwerden???
Es könnte ja auch eine Mikroangiopathie am Herzen vorliegen?

Welche Erkrankungen sollte man in Erwägung ziehen, die auch eine Mikroangiopathie auslösen könnten?

Ich bin sehr verzweifelt, kann nur noch im Bett liegen und selbst dann ist mir schwindelig.
Ich habe das Gefühl, ich werde sterben, wenn man mir nicht helfen kann, bzw nicht findet, was dies auslöst...

Ich wäre sooo Dankbar für ratschläge, Tipps, Gedankengänge... HILFE.

Liebe Grüße Andrea
 
G

Gast

Liebe Andrea,
ich habe Deinen Hilferuf gestern an Freunde weitergeleitet, die 'vom Fach sind'. Von ihnen, ggf. über mich, wirst Du so bald wie möglich eine Antwort erhalten: ein Statement 'aus der Ferne', das sich an Deinen oben gemachten Angaben orientiert.
Freundliche Grüße und gute Besserung,
Thomas
 
A

Andrea37

Hallo Thomas,

Ich dachte schon mir antwortet niemand.

Um so froher bin ich, dass ich eine Antwort von Dir erhalten habe.

Falls Du oder Deine Bekannten noch Angaben benötigen, ich bin gern bereit alles weiterzuleiten, was irgendwie dienlich sein könnte.

Mir geht's wirklich schlecht... Nur ticken die Uhren der Ärzte hier irgendwie sehr langsam... Ich habe große Angst.

Melde Dich, ich freue mich.

Vielen Dank, Andrea.
 
G

Gast

Liebe Andrea,
nach telefonischer Rücksprache mit meinen Freunden möchte ich Dir ihre Aussagen und Hinweise nun weitergeben.

1. Zu Deiner Situation nach einer Chemotherapie.
Eine Chemotherapie ist grundsätzlich extrem belastend. Viele Frauen wollen sie deshalb vermeiden, wenn keine Krebsmetastasen gestreut sind. Die Nebenwirkungen sind so extrem, dass man / frau nach einer solchen Behandlung körperlich am Ende ist. Wie weit das schlechte Befinden geht, ist natürlich auch individuell.
Als ein reales Beispiel für die Auswirkung der Chemotherapie an einer 45-jährigen Krebspatientin wurde mir mitgeteilt: Krämpfe und Schwindel, zwei Monate hindurch hatte sich die betreffende Patientin nur erbrochen. Folge waren 30 kg Gewichtsverlust, danach wog sie nur noch 40 kg. Bei ihrer Körpergröße von 175 cm wirkte die Frau nach der Chemotherapie so, als bestünde sie nur noch aus den sprichwörtlichen „Haut und Knochen“. Dazu kam noch ihr Haarverlust.

2. Deine klinischen Werte.
Die von Dir angegebenen Werte haben mehr oder weniger alle Patienten nach einer Chemotherapie, wenn auch in etwas unterschiedlicher Ausprägung. Sie sind Folge dieser Chemotherapie. Deine Werte weichen nicht gravierend ab. Optimale Werte kann man in einer solchen Situation ohnehin nicht erwarten. Die Werte sind jedoch nur zeitlich begrenzt so und werden sich bestimmt wieder normalisieren: Du solltest sie nicht überbewerten.
Das Immunsystem ist nach einer solchen Chemotherapie entgleist und muß gestärkt werden. So wie Du es beschreibst, befindest Du Dich ja derzeit noch in klinischer Beobachtung.

3. Mikroangiopathie – Missempfindungen – Zusammensacken - Herzrasen.
Bei der diagnostizierten Mikroangiopathie handelt es sich grundsätzlich um eine eigenständige Krankheit. Ob diese Mikroangiopathie schon vor Deiner Chemotherapie vorhanden war bzw. ob es Hinweise darauf gab, geht aus Deinem eigenen Eintrag nicht hervor.
Bezüglich dieser Krankheit gehen die Meinungen meiner Freunde auseinander. Die eine Meinung geht davon aus, dass sie eindeutig psychisch bedingt ist. Der anderen Meinung nach könnte diese Mikroangiopathie aber auch durch die Chemotherapie ausgebrochen sein, sofern Du vorher bereits zu ihr geneigt haben solltest. Dann könntest Du sie möglicherweise auch bereits vorher gehabt haben.
Und nun? Du solltest die Mikroangiopathie internistisch beobachten lassen - aber durch sie nicht in Panik geraten! Sie belastet Dich nun zwar, aber sie ist nicht allzu gravierend. Wegen ihr sind Panik oder gar Todesangst nicht angebracht.
Die Missempfindungen und Dein Zusammensacken sind für meine Freunde eindeutig psychischer Natur. Mit der diagnostizierten Mikroangiopathie hat das aus ihrer Sicht nichts zu tun. Dies trifft auch auf Dein Herzrasen zu. Auch das ist rein psychosomatisch. Herzrasen ist Angst.
Wenn Du so etwas bisher nicht kennengelernt hast, sagen sie, hast Du wahrscheinlich Probleme anzunehmen, dass solche Dinge von der Psyche kommen können.
Generell halten sie in Deiner gegenwärtigen Situation Abwarten für besser als übereiltes Reagieren. Denn Überagieren sei genauso schlecht wie 'Unteragieren'. Du mußt dabei immer berücksichtigen, dass jeder weitere Eingriff Deinen Körper zusätzlich belasten würde.

4. Bedeutung der psychologischen Situation bzw. der seelischen Stabilität.
Von großer Bedeutung ist es für Dich, auszuruhen und zu innerer Ruhe zu finden. So sind starke Kreislaufprobleme nach einer Chemotherapie nichts Ungewöhnliches. Dein Körper braucht Zeit für seine Regeneration. Wichtig, sehr wichtig ist Dein eigener Glaube daran, dass es besser wird!
Meine Freunde raten Dir unbedingt, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen (die es eigentlich auch in jedem Krankenhaus geben sollte). Angst und Streßsymptome können die Symptome der Chemotherapie überlagern und verstärken. Deshalb darf die Angst nicht zum Selbstläufer werden. Sie halten eine Psychotherapie für Dich für sehr, sehr wichtig. Und im Hinblick auf Deine Angst halten sie Deine Einnahme von Antidepressiva – zunächst - für eine gute Entscheidung. (Jedoch darf langfristig die Gefahr der Abhängigkeit nicht übersehen werden.) Denn die Angst darf eben keine schädliche Eigendynamik entwickeln. (Der persönliche bzw. familiäre Hintergrund ist bei der Beurteilung der Gesamtsituation natürlich ebenfalls zu berücksichtigen und von großer Bedeutung: wer mit seiner Situation ganz allein steht, hat es dann viel schwieriger.)
Später, wenn Du das Krankenhaus wieder verlassen kannst, solltest Du normalerweise die Möglichkeit zu einer Reha angeboten bekommen. Je nach Deiner gesundheitlichen Situation, wie sie später vorliegen wird, könntest Du Dir während der Reha überlegen, ob Du dann zusätzlich auf Möglichkeiten der Alternativmedizin zurückgreifen möchtest: vielleicht auf die traditionelle chinesische Medizin (TCM), z.B. auf die Akupunktur. Oder auf die Homöopathie.

Wir hoffen, Dir ein wenig weitergeholfen zu haben, und wünschen Dir gute Besserung und vollständige Genesung!

Freundliche Grüße,
für alle: Thomas
 
A

Andrea37

Lieber Thomas,

erstmal Danke ich Dir sehr für Deine Mühe und die entgegengebrachte Hilfe.

Das leuchtet natürlich auch alles ein und hat mit Sicherheit auch Hand und Fuß, nur ist damit nicht getan.
Ich war vorher schon 7 Jahre chronisch nierenkrank, weiß gar nicht, ob ich das schon erwähnt hatte?
Dort müsste es sich auch schon um einen autoimmune Prozess gehandelt haben... Ich denke, dass durch das herunterfahren des Immunsystems während der Chemotherapie ein Auslösen von weiteren Prozessen stattfand.

Ich habe heute auch mit einer Freundin telefoniert, sie ist Ärztin und hat sich die Blutwerte, auch die vor der Chemotherapie angeschaut und es gibt in der Tat ein paar Ungereimtheiten.

Sie tippt derzeit auf eine Vaskulitis...
Dafür müsste natürlich viel mehr Diagnostik erfolgen.

Also werde ich weiter auf der Suche sein müssen...

Ich wünsche Dir auch alles Gute, Andrea.
 
G

Gast

Hallo, ich weiß nicht ob du noch im Forum bist aber ich habe auch eine Mikroangiopathie. Vielleicht kann man sich ja mal austauschen. Liebe Grüße Alicia
 
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